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HALTUNG heute

„Ihnen ist ein Format gelungen, die christliche Botschaft so aufzubereiten und zu präsentieren, dass sie nicht nur ansprechend ist, sondern auch für Menschen von heute relevant ist“, so kommentierte die Pröpstin Henriette Crüwell der evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau das Projekt HALTUNG heute im Frühjahr 2023 im Mainzer Landtag.

Einen klaren Standpunkt finden und dafür auch einstehen war immer schon und ist gerade heute für junge Menschen wichtig und „Not‑wendig“. Dabei nicht nur den eigenen Vorteil zu suchen, sondern die Menschlichkeit im Blick zu behalten, sind gesellschaftsrelevante Haltungen, die wir vom Team der WeG‑Initiative „Glaube hat Zukunft“ Vallendar mit unserem Projekt HALTUNG heute fördern möchten. Zudem wird die christliche Botschaft immer wieder als eine mögliche Orientierungshilfe aufgezeigt.

Angefangen hat das Projekt in der Auseinandersetzung mit dem im September 2019 seliggesprochenen Pallottinerpater Richard Henkes (+ 1945 im KZ Dachau), der sich unter der Nazi-Herrschaft leidenschaftlich für Wahrheit und Menschenwürde, für Solidarität, Versöhnung und Liebe einsetzte.

Wir entwickelten dazu:

  • 1PersonenTheaterstück ABGERUNGEN (empfohlen ab Klasse 9):
    Ein Drehbuchautor ist beauftragt, ein Stück über den Pallottinerpater Richard Henkes zu schreiben. Lässt er sich zunächst des Geldes wegen auf die Anfrage ein, entdeckt er bald seine Begeisterung für dessen Leben und Wirken. Die Auseinandersetzung mit Henkes’ Haltungen und Tatkraft fordert ihn heraus, über sein Leben neu nachzudenken und das eigene Ringen und Fragen auch an die Zuschauer weiterzugeben.
  • Interaktive Wanderausstellung MEHR LEBEN ENTDECKEN:
    Die möglichen 22 Stationen regen Jugendliche wie Erwachsene an, sich im persönlichen und gemeinsamen Nachsinnen mit eigenen Sinn- und Lebensfragen zu beschäftigen. Inspiriert wurden wir in erster Linie von Haltungen und Taten von P. Henkes, die auch heute für die Gesellschaft wichtig und wertvoll sind.

Themen wie

  • Menschenwürde
  • Halt – Haltung – Verhalten
  • Sicherheit
  • Solidarität
  • Versöhnungsbereitschaft
  • Verantwortung
  • Selbstwahrnehmung
  • Vertrauen
  • Grenzen und Angenommensein
  • Einsatz für Mitmenschen

werden in Theater und Ausstellung angeboten und auf den Punkt gebracht. Je nach Interessen, Lebenssituation und persönlichem Schwerpunkt werden die Besucher*innen ganz unterschiedlich angesprochen und zur Auseinandersetzung herausgefordert.

Theater wie Ausstellung gehen unter die Haut und fordern existentiell heraus. Doch erleben die Besucher*innen trotz innerer Betroffenheit beides nicht bedrängend oder gar „überstülpend“, sondern als freies Angebot: als unaufdringliche Einladung zum Innehalten, zum Nachsinnen über die eigenen Werte und Lebenseinstellungen und zum Gespräch mit anderen.

Ein wichtiger Grund für diese Atmosphäre von Freiheit liegt in der fragenden Gestaltung der Ausstellung, die es jedem überlässt, welchen Impuls der/​die Einzelne wie tief an sich heranlässt und „begreifen“ möchte. – Für das Theaterstück gilt Entsprechendes. Auch wenn das Leben und die Persönlichkeit von Pater Henkes durch dessen unmissverständliche Klarheit, seine Zugewandtheit und seine engagierte Hilfs- und Dienstbereitschaft fast jede*n ansprechen, fragt der Schauspieler in seiner Rolle als Drehbauchautor sich selbst wie die Zuschauer, welche Bedeutung das Leben von P. Henkes für uns heute haben könnte. Die Antwort auf diese Frage lässt er bewusst offen. Doch zeigt er in seiner eigenen Reaktion, wie Henkes mit seinen Nöten, seinen Brüchen und seinem Ringen gerade von heutigen Menschen nicht als „drüber“-stehend und fern, sondern als zugänglich, nah und menschlich authentisch erlebt werden kann – als jemand, dem man seine Einstellungen und Haltungen als ehrlich abnimmt und der es wert ist, sich – in aller Freiheit – von ihm inspirieren zu lassen.

Foto 1: Das Solo‑Theaterstück ABGERUNGEN im Mainzer‑Landtag. Alle Fotos: WeG-Initiative, Vallendar – www.haltung-heute.de.
 

Genau das ist wichtig. Denn das Ringen um Haltung wie Halt sucht und braucht mehr und anderes als eine rein theoretische Vermittlung. Haltung lässt sich weder kaufen noch im Netz downloaden. Zu deren Förderung braucht es die Auseinandersetzung mit markanten Persönlichkeiten und einen Raum, der personale Begegnung, Reflexion wie eigenständiges Ringen gleichermaßen fördert.

Von diesen Überlegungen und Erfahrungen inspiriert wollen wir mit dem Projekt HALTUNG heute Menschen existentiell und personal ansprechen. Es unterstützt die ganzheitliche Bildung der Menschen zur Sensibilisierung des Gewissens und zur Bedeutung von Halt, Haltungen und Werten im persönlichen wie im gesellschaftlichen Leben.

Dabei möchten wir gerade auch ältere Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie bei ihrer Suche nach Spiritualität und Orientierung unterstützen. Theater wie Ausstellung wecken immer wieder neue Nachdenklichkeit und auch Interesse für die von vielen Menschen als lebensfremd empfundene christliche Botschaft.

Dies wundert nicht, denn Theater wie Ausstellung sprechen die Besucher*innen mit lebensrelevanten Fragen und Themen an, lassen aufhorchen und öffnen das innere Ohr. Gerade mit den wichtigen, aber nicht genuin religiösen Begriffen „Haltung“ und „Halt“ kann zwischen ganz unterschiedlichen Menschen eine gemeinsame Gesprächsgrundlage geschaffen werden, ein geeigneter „Anknüpfungspunkt“ für Gespräche wie für eine lebensnahe Begegnung mit der christlichen Botschaft. Diese Eigenheit und Besonderheit von HALTUNG heute spüren die Besucher*innen und das spricht sie an.

Erfahrungen mit den verschiedensten Veranstaltungsorten und -kooperationen

Beide Formate eignen sich für ein anderes Erleben des Kirchenraumes und sind so flexibel konzipiert, dass sie auch innerhalb nichtkirchlicher Kontexte ansprechen und so die Botschaft des Evangeliums an dafür ungewohnte Stellen tragen. So können die Ausstellungsstationen innerhalb einer Gemeinde, neben der Kirche in Banken, Geschäften, Gaststätten, der Schule usw. aufgestellt werden. Auch das Theaterstück passt sowohl in den Kirchenraum als auch in die Mensa, Cafeteria, Aula, ins Freie …

Wir bekamen an allen Veranstaltungsorten, egal ob in Schulen, bei kirchlichen Events, von Polizei-Anwärter*innen des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz, von Gefangenen und JVA-Angestellten, im Mainzer Landtag usw. großartige und ermutigende Resonanzen.

Der Schauspieler Bruno Lehan:
„Ich bin überzeugt, dass das Stück überall gezeigt werden kann und soll, denn der ethische Inhalt verpflichtet uns.“
„Ich bin immer wieder überrascht von den Schülern, die hinmüssen, und auch von den Gefangenen, dass der größte Teil doch mitgeht und konzentriert dabeibleibt.“


Foto 2: Der Schauspieler Bruno Lehan im Innenhof des Carmel am Konzentrationslager Dachau.
 

Markus Moog, Dozent an der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz:
„Das Stück hat noch einmal gezeigt, dass ein „wertvolles“ Leben sich nicht nur in Gesetzen und Vorschriften erschöpft. Es hat mir noch einmal verdeutlicht, dass Polizist*innen Menschen unter Menschen sind und auch danach handeln sollten.“

Hendrik Hering, Präsident des rheinland-pfälzischen Landtages:
„Immer weniger Menschen auf der Erde leben in freiheitlichen Demokratien, die autokratischen Systeme nehmen zu. Umso mehr habe ich Achtung vor einem Mann wie Richard Henkes. Es bedarf zur Stärkung der Demokratie einer Erinnerungskultur. Deutlich gemacht werden muss, wohin Hass und Ausgrenzung führten. Menschen wollen Fakten haben. Das wertvolle Theaterstück gibt hierzu Anreize.“

Eine Neuntklässlerin:
„Die Ausstellung MEHR LEBEN ENTDECKEN hat mir den Hinweis gegeben, an mich selbst zu glauben, denn Gott glaubt an mich.“

Foto 3: Die Ausstellung MEHR LEBEN ENTDECKEN im Domkreuzgang während der Heilig‑Rock‑Tage 2022 in Trier.
 

Ein Achtklässler:
„Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, auch mal die Perspektive zu wechseln.“

 

 

Weitere Bilder, Eindrücke und Informationen zu dem Projekt HALTUNG heute finden Sie unter www.haltung-heute.de oder schreiben Sie an info@remove-this.haltung-heute.de.